Das Ziel eines Praktikums ist es, klare Einblicke in einen Beruf zu bekommen. Wenn der Alltag Ihres Kindes jedoch überwiegend aus simplen Hilfstätigkeiten ohne Lernbezug (wie Kaffee kochen oder aufräumen) besteht, sollten Sie handeln. Dokumentieren Sie die Auffälligkeiten und klären Sie die Situation zeitnah – notfalls auch mit externer Unterstützung.
Warnsignale rechtzeitig erkennen
Typische Hinweise auf ein problematisches Praktikum sind:
- Dauerhaft einfache Hilfsarbeiten ohne Anleitung
- Keine feste Ansprechperson im Betrieb
- Ein fehlender Praktikums- oder Lernplan
- Überlange Arbeitszeiten oder Aufgaben, die nichts mit dem vereinbarten Bereich zu tun haben
Das Gespräch suchen: Fair und lösungsorientiert
Bitten Sie um ein kurzes Gespräch mit der Praxisanleitung. Starten Sie am besten mit einer wertschätzenden Rückmeldung („Was klappt gut?“) und benennen Sie dann ganz konkret, was fehlt (z. B. Abwechslung oder feste Lernziele). Klären Sie den Aufgabenumfang für die verbleibende Zeit und halten Sie diese Absprachen schriftlich (z. B. per E-Mail) fest. Oft hilft ein solcher klarer Rahmen bereits enorm.
Unterstützung einschalten und Rechte prüfen
Bei Schülerpraktika ist die Schule (Klassenleitung oder Koordination Berufsorientierung) die erste Anlaufstelle. Bei freiwilligen Praktika helfen die Berufsberatung der Arbeitsagentur sowie kommunale Beratungsstellen. Prüfen Sie auch den Praktikumsvertrag: Für minderjährige Praktikantinnen und Praktikanten gelten besondere Schutzvorschriften (wie der Jugendarbeitsschutz). Bei gravierenden Verstößen kann ein vorzeitiger Abbruch oder ein Wechsel des Betriebs absolut sinnvoll sein.